rskom Newsletter · 9. Juli 2026

8 Prozent. Und was darunter liegt.

Warum Bindung nicht am Lohn hängt, sondern am Gesehenwerden.

Miriam Soliva
Miriam Soliva
Leiterin rskom academy

Diese Woche hat Riccardo einen Beitrag über eine Zahl geschrieben, die mich seither begleitet. Nur 8 Prozent der Schweizer Mitarbeitenden sind laut Gallup wirklich engagiert. 85 Prozent machen Dienst nach Vorschrift.

Ich habe seinen Post gelesen. Er zeigt, wie man das als Führungskraft dreht. Und ich bin an der Zahl hängengeblieben und habe mich gefragt, was eigentlich darunter liegt.

Denn 92 Prozent, die nicht wirklich dabei sind, das ist für mich keine Leistungsfrage. Das sind Menschen, die jeden Morgen aufstehen, funktionieren, abliefern. Und irgendwann aufgehört haben zu spüren, wofür.

In meinen Workshops sehe ich das oft, bevor es jemand ausspricht. Da ist keine Rebellion. Da ist Stille. Der Mensch ist noch da, aber ein Teil von ihm hat den Raum längst verlassen.

Je tiefer ich schaue, desto klarer wird es für mich. Es geht selten um mehr Lohn oder mehr Benefits. Es geht darum, ob jemand das Gefühl hat, mit dem gesehen zu werden, was ihn wirklich antreibt. Wer nie gefragt wird, was ihm Sinn gibt, schützt sich irgendwann, indem er weniger fühlt.

Das ist der eigentliche Preis der 8 Prozent. Nicht verlorene Produktivität. Verlorene Verbindung.

Ich habe das selbst erlebt. In einem Workshop, in dem ein Team lange höflich aneinander vorbeigeredet hat, bis auf dem Tisch lag, was jede und jeden wirklich antreibt. Auf einmal verstanden sich Menschen, die seit Jahren zusammenarbeiten, zum ersten Mal richtig. Nicht wegen eines neuen Tools. Sondern weil sie einander endlich sehen konnten.

Riccardo zeigt, wie man dreht. Ich glaube, es beginnt genau davor. Bei der leisen Frage, ob wir die Menschen überhaupt noch sehen, oder nur ihre Funktion.

Herzlich
Miriam

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Wer hinter dem Newsletter steht

rskom ist eine Beratung aus Chur für Führung, Motivation und Passung im Team. Riccardo Schmid und Miriam Soliva arbeiten mit Unternehmen daran, sichtbar zu machen, was Menschen wirklich antreibt — bevor daraus Fehlbesetzungen oder stille Kündigungen werden. Dieser Newsletter ist der kurze Auszug daraus, alle zwei Wochen. Mehr über rskom